Eine Geschichte aus dem Eselstall Hasaroti
Hallo zusammen,ich hoffe, ihr habt Mary, Milano und auch mich, Flavio, den kleinen grauen Zwergeselnicht vergessen. Ich habe euch wieder einiges zuerzählen.
Im Mai kommen ein paar Kinder zu uns. Sie sind noch ziemlich klein, darum sind ihre Mütter dabei. Ich will sie natürlich beschnuppern, aber sie sind etwas schüchtern und haben ein wenig Angst. Doch mit der Zeit merken sie wie nett wir sind, und sie kommen immer näher, um uns zu streicheln. Auf unserer Spazierfahrt können sie sich zunächst nicht entscheiden, wer reiten will. Wir müssen etwas lange still stehen, was uns überhaupt nicht behagt. Ich bringe es fertig etwas Gras auszurupfen, obwohl ich unterwegs nichts fressen darf. Endlich sitzen zwei Kinder auf unseren Rücken. Der Rest sitzt auf dem Wagen, den Mary zieht. Beim nächsten Halt wechseln die Kinder, aber wieder müssen wir lang still stehen. Ich kann es nicht lassen: das Gras ist so herrlich. Auch Milano und Mary schaffen es, einen Büschel auszureißen. Am liebsten würde ich jetzt hier stehen bleiben und fressen....., aber es geht weiter. Ich habe heute gar nicht so Lust zu laufen, lieber würde ich mir das Gras schmecken lassen. Das ärgert Sarah, die mich führt. Ich laufe immer ein paar Meter hinter den Anderen, und zwischendurch bleibe ich einfach stehen, aber ich darf kein Gras mehr fressen, sonst kommen wir nie ans Ziel. Eigentlich bin ich ja sonst ein sehr netter Esel, aber manchmal etwas eigensinnig, sowie ihr Menschen auch.
Heute ist der Kindergarten aus Kerzers zu Besuch. Vom ersten Augenblick an merken wir wie sehr uns diese Kinder mögen. Alle wollen uns streicheln, was wir uns gernegefallen lassen. Auch beim Putzen will jeder eine Bürste in die Hand nehmen und mithelfen. Es gefällt uns, dass niemand die Nase rümpft, weil wir im Moment sehrviele Haare verlieren und schmutzig sind. Wir bekommen nämlich unser Sommerfell. Auch aufunserer Moos-Tour sind alle Kinder voller Begeisterung dabei, auf uns zu reiten oder auf dem Wagen zu sitzen der von Mary gezogen wird. Den Kindern macht es sichtlich Spaß, mit uns Langohren unterwegs zu sein. An der Grillstelle verabschieden wir uns und lassen zufriedene Kinder zurück.
Am anderen Tag besucht uns eine Mischklasse aus Mett. Es sind Erst- und Zweitklässler. Wir sind ja etwas skeptisch, weil sie doch schon fast “städtisch“sind, wie man so schön sagt. Ich glaube nämlich, dass viele Kinder, die in der Stadt wohnen, nicht so vertraut im Umgang mit uns Tieren sind. Aber ich werdeangenehm überrascht. Diese Kinder sind total begeistert von uns. Voller Tatendrang bürsten und striegeln sie unser Fell. Sie freuen sich mit uns, durchs Moos zu laufen. Sie dürfen natürlich auch reiten oder auf dem Wagen fahren. Ihre Energie ist groß, und alle wollen auch uns Esel führen. Ich freue mich riesig,dass eine Schulklasse aus der Stadt soviel Spaß mit uns gehabt hat.
Ach ja,beinahe habe ich es vergessen: dazwischen sind wir noch in Kallnach an der Eichenfuhr gewesen. Wir haben am Umzug mitgemacht. Eigentlich ist das eine interessante Sache, aber leider haben wir stundenlang nur gewartet und stillgestanden, was wiederum weniger lustig war. Vor allem, weil wir ja schon 2Stunden zu Fuß von Täuffelen bis Kallnach unterwegs gewesen waren. Aber auch dasübersteht ein Esel ohne Mühe, was ich von den Menschen weniger glaube. So jetzt bin ich aber wirklich am Ende mit meinen Erzählungen.
Tschüss euer Flavio und Co.
